Social Media Today berichtet über den wirtschaftlichen Erfolg von Craigs List (craigslist.org). Das Geschäftsmodell von Craigslist basiert auf überwiegend kostenlosen Kleinanzeigen.

2008 erzielte Craigs List einen Umsatz von 81 Mio US-$. Für 2009 werden mehr als 100 Mio US-$ erwartet. Das ist nicht nur auf den ersten Blick eine Schlagzeile wert. Craigs List zeigt mit diesen Ergebnissen auch auf, wie man mit Social Media gut verdienen kann.

Um das Ergebnis von Craigs List genauer einschätzen zu können, macht es Sinn das Potenzial an Nutzern in die Betrachtung einzubeziehen, aus dem dieses Ergebnis erzielt wurde. Google Trends gibt für Craigs List im Jahresverlauf etwas mehr als 3 Mio daily unique visitors an. Aus der Nutzung von Craigslist durch dieses Potenzial wurden die 81 Mio US $ erwirtschaftet. Wenn wir von 3,1 Mio duv im Jahr ausgehen kam damit auf jeden daily unique visitor ein realisierter Jahresumsatz von etwas mehr als 26 US-$. Das ist grob gerechnet das Dreifache dessen was in Social Networks mit Online Werbung verdient wird.

Erstaunlicherweise nutzen die etablierten Social Networks dieses Ertragspotenzial nicht, obwohl die Integration von Kleinanzeigen an sich keine große technische Herausforderung darstellt. Dabei sind sie händeringend auf der Suche nach zusätzlichen Ertragsquellen, entweder um überhaupt erst schwarze Zahlen zu schreiben, oder um das Potenzial ihrer Mitgliedervolumen etwas befriedigender zu nutzen. Das Potenzial vor Augen, scheint man bei den Social Networks den Wald vor lauten Bäumen nicht zu sehen.

Wenn man sich am Beispiel einiger Social Networks mit den konkreten Zahlen klar macht, um welche Größen es sich handelt, wird die skurrile Situation noch deutlicher. Bei einer etwa gleich erfolgreichen Nutzung durch die Einbindung von Kleinanzeigen wie Craigs List würde z. B.

  • Wer-kennt-wen ca 40 Mio Umsatz
  • StudiVZ ca 35-37 Mio Umsatz
  • Lokalisten ca 9 Mio Umsatz
  • KWICK! ca 8 Mio Umsatz generieren.

Natürlich ist das ein extrem grober Vergleich und diese Networks werden aufgrund ihrer spezifischen Nutzerstruktur sicher nicht ganz so erfolgreich sein, aber auch die Hälfte dieses Umsatzvolumens dürfte deutlich mehr sein, als diese Networks überhaupt erwirtschaften.

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