igoogle„I scream, you scream, we all scream for iGoogle social“, so steht es im offiziellen Googleblog zu lesen. Das ist so furchtbar zutreffend. Der dritte Anlauf von Google um im Bereich des Social Networks Fuß zu fassen, ist ein Aufschrei. Ob es ein Freundenschrei werden wird, ist eine andere Frage. Ich persönlich glaube es ist ein Aufschrei zwischen Trotz und leichter Verzweiflung. Nach Orkut – das zumindest in Indien und Portugal erfolgreich ist – und nach dem Anlauf mit Open-ID kommt jetzt ein sicher deutlich kleiner geratener Versuch sich als soziales Medium zu etablieren. Dieser Versuch startet als Test in Australien und wenn down under nicht floppen sollte, will man ihn über die USA auf den Rest der Welt ausdehnen.

Ein Gutes hat dieser Versuch zumindest. Er zeigt wie ernst Google das Thema soziale Medien nimmt. Und das mit gutem Grund. Googles Geschäftsmodell ist Werbung, die thematisch passend eingeblendet wird. Faktisch blendet Google die Werbung passend zu den Inhalten der jeweiligen Website ein, nicht passend zum Besucher dieser Zeit. Googles Adwords stammt nun mal aus einer anderen Zeit. Die umfassenden Informationen  auf die Soziale Netze über ihre Besucher in deren Profilen zugreifen können fehlen Google. Das Geschäftsmodell von Adwords ist im Prinzip veraltet. Es funktioniert nur noch solange, wie die sozialen Netze in ihrer Vermarktung nicht in die Gänge kommen und ihren Kunden eine einfache, funktionierende Verfahrensweise über alle Netzwerke hinweg anbieten können. Faktisch ist die Ertragsquelle Google Adwords eine Quelle auf Abruf. Da der Gigant Facebook – als der Innovationsträger in der Riege der sozialen Netze – sich gerade durch den heranwachsenden Zwerg Twitter bedroht fühlt und seine Ressourcen investiert um diesem Kommunikationskonkurrenten etwas entgegen zu setzen – Stichwort Facebook light – hat Google Zeit gewonnen. Ob diese Zeit in einer Spielerei mit Widgets gut investiert ist, ist eine andere Frage.

Letztlich ist auch fragwürdig, ob die Giganten ihren Kampf noch auf dem richtigen Gebiet austragen. Werbung ist im interaktiven Medium Internet nicht wirklich die entscheidende Ebene. Die Konsumenten haben sich da längst anders entschieden.

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