Was passieren kann, wenn eine Konsumgütermarke auf den Social Media Zug aufspringt, zeigt Becks.

Horizont hat diesem Thema einen kurzen Artikel gewidmet. Zu diesem Beispiel lässt sich einiges ergänzen, um die Einschätzung dieser Art „Social Media“ zu erleichtern.

Becks Fresh Generation Voting

Auf der Homepage von Becks findet sich – unter „Becks Gold Fresh Generation“ – via Facebook über frische Themen abzustimmen und Trends zu setzen. Der Link führt den Besucher auf Becks Facebook Seite, wo der Besucher auf der Pinnwand erfährt, das er hier über das frischeste Hobby abstimmen kann. Wo genau, muss er selbst herausfinden. Der Reiter „Fresh Generation“ führt zu einer eingebundenen Applikation, in der der Besucher Votings erstellen kann und Freunde zur Abstimmung einladen soll.

Die Fakten:

  • die Applikation hat über 5 Tausend Nutzer, 4 Fans und ein Rating von 1 von 5 möglichen Sternen
  • die Fanpage gefällt über 4.300 Facebook Nutzern

Fazit Fresh Generation Voting

  • Abgesehen davon, das der Benutzer über „frische Themen“ zum „frischesten Hobby“ und dann zu Votings geführt wird, zu denen er seine Freunde einladen soll, ist Voting kein Feature mehr, das den Hauch von Frische oder Innovation mit sich bringt.
  • Eine Mechanik auf Gewinnspielniveau, die den User mit einem Begriff einfängt und zu anderen Inhalten leitet, ist definitiv nicht mehr ganz frisch und weit, weit von allem entfernt, das auch nur nach Social Media aussieht.

Einer geht noch oder Becks Music Scout

Ebenfalls auf der Homepage von Beck besteht die Möglichkeit Beck Music Scout zu werden. In Zusammenarbeit mit MTV kann dieser Music Scout dann auf verschiedenen Festivals Gruppen treffen und interviewen. Der Clip endet mit der Aufforderung sich auf MTV als Becks Music Scout zu bewerben. Auf der angegebenen Seite kann der Interessent dann – wie wäre es anders zu erwarten – an einem Gewinnspiel teilnehmen um Becks Music Scout zu werden.

Social Media und Becks

Eigentlich trügt der Titel dieses Beitrags. Abgestanden kann nur etwas sein, das existiert. Kritik an etwas augenscheinlich nicht vorhandenem ist wenig sinnvoll.

Als hilfreiche Anmerkung in der vagen Hoffnung auf Besserung:

  • Social Media wird als Dialog auf Augenhöhe beschrieben. Wer seine Kunden ernst nimmt, sollte sie nicht mit Abfischmethoden in Richtung Voting und Gewinnspiele zerren. Das schadet nicht nur der eigenen Glaubwürdigkeit sondern vor allem der Marke.
  • Interaktivität ist in Social Media etwas anderes als das Ausfüllen von Teilnahmekarten.
  • Wer Social Media betreiben will sollte – neben dem Dialog auf Augenhöhe – ganz grundsätzlich darauf achten, das seine Investitionen die eigene mediale Reichweite erhöhen, nicht die von Kooperationspartnern – wie hier bei Becks Music Scout und MTV.

Becks ist ein sehr gutes Beispiel dafür, das Unternehmen besser keine Social Media Aktivitäten in Angriff nehmen sollten, bevor sie über aus reichende Social Media Kompetenz und eine tragfähige Social Media Strategie verfügen.

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One Response to Becks Social Media Kompetenz – abgestanden statt frisch

  1. herzausgold sagt:

    Sind die eigentlich noch ganz frisch?