euroDas Social Media für die Jobsuche ein zunehmend wichtiges Thema geworden ist, pfeifen Spatzen und Personalverantwortliche von den Firmendächern. Für Arbeitnehmer existiert daneben allerdings ein deutlich weniger bekannter und ebenfalls Geld werter Vorteil, der durch Social Media erst ermöglicht wird.

Die persönliche Social Media Wertschöpfung als Mitarbeiter

Wer kann als Mitarbeiter einen persönlichen Social Media Vorteil nutzen?

Die schlechte Nachricht – Social Media bietet nicht jedem Mitarbeiter eines Unternehmens die Möglichkeit einer persönlichen Wertschöpfung. Das funktioniert nur in den Fällen in denen der persönliche Kontakt und die individuelle Leistung relevant ist, also überall wo der Einfluss den Faktors Mensch auf den Geschäftserfolg nicht ganz ohne Bedeutung ist. Einige Beispiele aus Verkauf, Vertrieb und Handwerk machen dies deutlich.

Wie sieht der persönliche Social Media Vorteil eines Mitarbeiters aus?

Der Social Media Vorteil eines Mitarbeiters entscheidet sich nicht grundsätzlich von dem eines Unternehmers. Er basiert auf Reichweite, Vernetzung, Wahrnehmung und Wertschätzung durch Kunden, Entscheider oder andere für das Unternehmen wichtige Zielgruppen. Unternehmen bauen in Social Media Reichweite und Wertschätzung auf, Mitarbeiter können dies zumindest genauso.

Wie lässt sich dieser Social Media Vorteil wirtschaftlich nutzen?

Sicherheit, Wertschätzung und handfeste finanzielle Vorteile sind die Ebenen, auf denen sich eine wertvolle Social Media Reichweite als Mitarbeiter auszahlen können.

Sicherheit: Ein Mitarbeiter, der fest mit „seinem“ Kundenstamm in Social Media vernetzt ist und diesen aktiv pflegt, stellt für das Unternehmen einen anderen Aktivposten dar, als ein Mitarbeiter, der Social Media nicht in diesem Sinn nutzt. Nur zwei Gründe dafür:

  • positiv: der Mitarbeiter ist als Informationskanal und Meinungsbilder wertvoll.
  • negativ: über diesen Mitarbeiter kann der Wettbewerb an die eigenen Kunden, sobald der Mitarbeiter wechselt.

Wertschätzung: der Mitarbeiter demonstriert mit seiner persönlichen Social Media Reichweite nicht nur eine wirtschaftlich zunehmend wichtiger werdende Kompetenz und kann damit mehr zur Wertschöpfung beitragen. Er ist zudem auch potenzieller Meinungsbilder bei Kunden und Interessenten.

Einkommen: sofern dem Unternehmen die Bedeutung von Social Media und auch der Wert der Reichweite des Mitarbeiters klar ist, kann sich das spürbar im Einkommen des Mitarbeiters niederschlagen. Sei es, weil das Unternehmen damit die Wertschätzung und Leistung honoriert, sei es weil man damit den Wechsel dieses Mitarbeiters zum Wettbewerb verhindern oder zumindest erschweren will.

Interessenkonflikt und Wettbewerbssituation Arbeitnehmer und Arbeitgeber

Einige Arbeitnehmer sehen Social Media Kontakte von wirtschaftlicher Bedeutung bei ihren Arbeitnehmer mit gemischten Gefühlen. Einerseits kann das Unternehmen davon profitieren, andererseits besteht dadurch auch ein gewisses Risiko, das diese Reichweite / der Kundenkontakt mit dem Mitarbeiter das Unternehmen verlassen kann. Die allermeisten Unternehmen sehen allerdings noch gar nicht, was sich aus einer wirtschaftlich relevanten Social Media Aktivität von Mitarbeitern an Konsequenzen ergeben können, zumal von diesem Thema eben nicht nur Unternehmen mit umfangreichem Vertriebsapparat betroffen sein können, sondern auch Kleinunternehmen, Mittelständler und Handwerksbetriebe.

Die rechtliche Seite ist zumindest in Deutschland noch nicht ganz eindeutig klar. Bei Vertriebsmitarbeitern gibt es dazu einige unterschiedliche Urteile. Meist handelt es sich dabei um Kontakte die in eindeutig beruflich genutzten Plattformen wie Xing oder LinkedIn aufgebaut wurden. Wie dies in einer Plattform wie Facebook, deren Nutzung zumindest in Deutschland überwiegend privater Natur ist, gesehen wird, ist noch weitgehend offen.

In Facebook als der wichtigsten Social Network Plattform ist zudem die Wettbewerbssituation um die Aufmerksamkeit des Unternehmenskundens für das Unternehmen zusätzlich relevant. Unternehmensmitarbeiter können sich in Facebook mittels ihrer Profile mit Kunden vernetzen, Unternehmen sind auf die Nutzung von Pages – mit klarer Einschränkung in der Kommunikation begrenzt.

Ob sich eine wirtschaftliche Nutzung von privater Vernetzung mit Kunden des Unternehmens über Social Media Guidelines auch nach dem Ausscheiden des Mitarbeiters untersagen lässt, bedarf  juristischer Klärung.

Wie baue ich einen wirksamen persönlichen Social Media Vorteil als Mitarbeiter auf?

Die Grundlage ist auch hier – wie bei den Unternehmen – eine aktive Social Media Reichweite. Ein Mitarbeiter der diese Methoden nutzen will, sollte die Möglichkeit haben, sich auf akzeptierte Weise mit relevanten Kontakten des Unternehmens zu vernetzen und diese Kontakte aktiv zu pflegen. Das relevante Informationen nicht aus Firmeninternas bestehen sollten, ist eigentlich selbstverständlich. Als Mitarbeiter sollte ich zudem über die nötige Kompetenz verfügen um als Kontaktperson interessant zu sein.

Welche Branchen sind betroffen oder könnten betroffen werden?

Hier eine spontane und alles andere als vollständige Auflistung von Branchen, in denen Mitarbeiter Social unternehmensrelevante Media Kontakte aufbauen können, also zum Beispiel Mitarbeiter

  • in beratungsintensiven Branchen – b2b und b2c, wei z. B. IT-Berater.
  • im Verkauf von beratungsrelevanten oder -intensiven Konsumgütern, wie Autohausverkäufer oder Verkäufer in einer Boutique.
  • im Handwerk – wie zum Beispiel Frisöre.

 Was tun als Arbeitgeber?

Erst mal Ruhe bewahren und die eigene Situation sachlich prüfen.

  • Wie hoch ist das Risiko in eigenen Fall generell einzuschätzen?
  • Welche Mitarbeiter sind überhaupt in der Lage diese Methode zu nutzen?
  • Welche Mitarbeiter sind bereits in Social Media aktiv und vernetzen sich auch mit Kunden?
  • Welche Regelungen kann ich für diesen Fall juristisch sicher einsetzen?
  • Wie kann ich eine relevante soziale Reichweite von Mitarbeitern für mein Unternehmen nutzen, die Reichweite einbinden?

Wenn es absehbar ist, das sich ein Unternehmen von diesen Möglichkeiten betroffen sein kann oder wird, ist es klüger proaktiv zu handeln und entsprechende Regelungen zu suchen und zu realisieren.

Unternehmen, deren Mitarbeiter über eine wirtschaftlich wertvolle soziale Reichweite verfügen und diese intelligent für das Unternehmen einsetzen, verfügen über einen Wettbewerbsvorteil. 

Tagged with →  
Share →