Social Media Strategie Branchenportale

Social Media Strategie Branchenportale

Erfolgreiche Strategien setzen die Kenntnisse der Möglichkeiten – also der Ressourcen, Methoden, Chancen und Märkte – voraus. Nur zu leicht konzentrieren wir uns bei der Entwicklung von Strategien auf die Möglichkeiten, die direkt und augenfällig vor uns stehen, um dabei den Blick auf das Ganze zu verlieren.

Branchenportale sind nicht nur solche Methoden und Chancen, sie bieten darüber hinaus auch weiter gehende permanente strategische Wettbewerbsvorteile als augenfälligere Alternativen.

Was sind Branchenportale?

Banchenportale sind

  • Websites, in denen sich die Unternehmen einer Branche und deren Mitarbeiter informieren und austauschen,
  • eine Kombination aus Fachmedium und sozialem Medium,
  • Marktplatz für Wissen und Nachfrage, für Jobs und Kooperationen,
  • Fixpunkt der Meinungsbildung.

Die Positionierung von Branchenportalen – und auch ihre Bedeutung – zeigt die nachfolgende Grafik, die Branchenportale mit anderen Instrumenten in ein Verhältnis setzt.

Branchenportal

Es wird viel über die Verbindung von CRM und Social Media / soziale Features gesprochen. Das ist nur naheliegend, weil dadurch die Leistungsfähigkeit und Attraktivität von CRM deutlich profitiert.

Branchenportale und Soziales CRM – Marktabdeckung und Marktwirkung

Branchenportale sollten nicht nur CRM Bestandteile enthalten, oder an das CRM des Unternehmens angebunden sein, sie unterscheiden sich in einem Punkt ganz grundsätzlich von einem Tool CRM+Social Media: Branchenportale sind breiter angelegt. Sie zielen auf eine gesamte Branche – also auf all die Kunden, Interessenten, Nichtkunden, Wettbewerbskunden, potenziellen Interessenten, die eine Branche bilden. Branchenportale sind deshalb auf eine deutlich breitere Marktabdeckung ausgerichtet, als eine noch so innovative CRM mit Social Media Elementen.

Inhaltlich unterscheiden sich Branchenportal und Social-CRM durch eine breitere Aufstellung:

  • Social CRM fokussiert sich auf Kunden und Interessenten und auf die Informationen die zwischen dem Unternehmen und diesen Gruppen fliessen, auf die Vernetzung innerhalb der CRM und natürlich nicht zuletzt auf die Informationsgewinnung.
  • Branchenportale fokussieren sich thematisch breiter, weil sie auch Gruppen erreichen wollen, die weder Kunden noch aktuelle Interessenten sind. Ihre Nutzenstiftung ist auf die Interessenlage der gesamten Branche ausgerichtet.

Die unterschiedliche inhaltliche Ausrichtung und die Orientierung an den Themen einer gesamten Branche ist eine der Wurzeln der weiter entwickelten Marktwirkung von Branchenportalen. Marktwirkung steht hier für die Kombination aus einer höheren Reichweite, breiter ausgerichteten Informationsbeschaffung und dem strategischen Wettbewerbsvorteil eines umfassenderen Marktzugangs mit höherer Informationsqualität.

Das Thema Komplexität sollte hier nicht ganz unerwähnt bleiben. Der Sprung von CRM zu einem attraktiven Social-CRM ist mit einem höheren Grad an auch an technischer Komplexität verbunden. Der Sprung von Social-CRM hin zu einem Branchenportal führt zu etwas mehr an technischer Komplexität, aber vor allem zu deutlich höherem Anspruch an das Management.

Branchenportale – für welche Branche(n)?

Branchenportale sind ein Wettbewerbsvorteil in den Branchen und Märkten, in denen Sie Kunden gewinnen und halten wollen. Das kann dazu führen, das es für Unternehmen sinnvoll sein kann mehrere Branchenportale zu betreiben.

Was macht Branchenportale so wichtig?

Branchenportale verändern die Wettbewerbssituation

Stellen Sie sich einen Platz vor, an dem sich Ihre Kunden und auch potenzielle Kunden einer kompletten Branche treffen, an dem Sie Informationen über Markttrends, Bedarf, Einstellungen und Nachfrageentwicklungen aktueller und präziser als in der Marktforschung und zudem direkt nutzbar finden und an dem Ihre Wettbewerber nicht aktiv sein können. Branchenportale können einen deutlichen strukturellen Wettbewerbsvorsprung ermöglichen.

Dann stellen Sie sich vor, ein Wettbewerber hat diesen Platz für Ihre wichtigste Branche vor Ihnen besetzt. Und Sie müssen mit ihrer Marktbearbeitung mit einem permanenten Handicap leben.

Was sind die wichtigsten Risiken?

  • Branchenportale können nicht nur vom Marktführer, sondern von jedem Unternehmen, von Medienhäusern, Fachzeitungen oder Branchenfremden etabliert werden.
  • Es wird meist nur eine Branchenplattform benötigt. Wer zu spät kommt, hat deutlich geringere Chancen erfolgreich zu sein und ist dabei auf Fehler des innovativeren Wettbewerbs angewiesen.
  • Der Erfolg von Branchenportalen kann allerdings auch durch die Aktivitäten von Branchenmitgliedern erschwert werden – insbesondere wenn Nutzenstiftungen, die für die Markterschliessung wichtig sind, von Branchenmitgliedern bereits in Eigenregie geleistet werden. Branchenforen können z. B. diese Wirkung entfalten.
  • Strategie und Umsetzung entsprechen nicht den Anforderungen und scheitern deshalb.
  • Branchenplattformen ermöglichen die kommunikative Marktführerschaft und ermöglichen es Unternehmen auch Marktführer in der Wahrnehmung zu überflügeln.

 Die Handlungsalternativen

  • Unternehmen können das Thema Branchenportale komplett ignorieren. Das geht so lange, bis ein direkter Wettbewerber oder ein anderer Anbieter erfolgreich aktiv wurde und damit die Wettbewerbssituation verändert.
  • Unternehmen können versuchen als Secondstarter von den Fehlern des First Starters zu lernen und diesen durch attraktivere Angebote zu überholen. Allerdings starten sie auch mit attraktiveren Angeboten immer noch zeitversetzt / später aus der zweiten oder dritten Reihe und haben einen entsprechenden Aufholbedarf.
  • First Starter haben den Wettbewerbsvorteil, das ihnen für einen bestimmten Zeitraum – das kann schnell mehr als ein Jahr sein – ein ungestörter Aufbau der Plattform möglich ist, in dem sie Reichweite aufbauen und Marktbeziehungen intensivieren können.

Komplexität, Innovation und Zeitbedarf stellen bei der Entwicklung und Implementation von Branchenportale nicht zuletzt auch Wettbewerbsvorteile dar. Wer gegenüber einem neu auf den Markt gekommenen Branchenportal nachziehen will, muss davon ausgehen, das er ähnlich lange Entwicklungsstufen durchlaufen muss und sein Angebot erkennbar attraktiver und innovativer ausfallen sollte, als das des bereits auf dem Markt agierenden Anbieters.

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