5zwo
Turi2 berichtet heute über den Start des Social Networks 5zwo.  Aachener Zeitung und Aachener Nachrichten wollen die Menschen der eigenen Region vernetzen und vergeigen geradezu lehrbuchmäßig ihre Chancen.

Kurzbesuch bei 5zwo

Ein Blick auf die Startseite von 5zwo und wir landen in einem sehr modernen Design in dem schwarz als Grundfarbe vorherrscht und uns junge Gesichter freundlich anlächeln. Hier ist noch ein Platz für Dich – so werde ich begrüßt. Warum ich hier Platz nehmen soll, erfahre ich eigentlich nicht und was ich sehe sind Platzhalter und wenige Bilder junger Menschen. Ein zweiter Blick zeigt, das ich hier Leute, Bands, Termine, Partyfotos und Themen finde. Also alles was ich anderweitig auch finde und bereits nutze. Warum dann bei 5zwo anmelden? Wo ist die Regionalität? Der Besucher einer Website entscheidet schnell, ob er bleibt. Und wenn er den Nutzen nicht sofort sieht, bleibt er dieser Site künftig fern.

Systemfehler

Das Jugendliche und junge Erwachsene nicht zum Gros der Zeitungsleser gehören, das schwarz nicht unbedingt lesefreundlich für Senioren ist, die das Gros der Zeitungsleser bilden und das man nicht ganz erkannt hat, das die junge Zielgruppe längst mit  Communitys versorgt ist, passt ganz gut zusammen. Das hinter einer Zeitung eigentlich helle Köpfe sind, kennen wir aus der Werbung. Das Zeitungen auch von hellen Köpfen gemacht werden, die gelernt haben, Themen zu hinterfragen, sei einfach mal vorausgesetzt. Dieser Ansatz krankt an einem grundsätzlichen Systemfehler. Man konzentriert sich darauf, was und wen man gern erreicht hätte, nicht darauf, was welchen eigenständigen Nutzen man bietet.

Regionale Vernetzung ist sicher ein sehr wichtiger Aspekt – gerade für soziale Netze. Das man dazu aber keine eigenen regionale Netze braucht, ist ein Erfahrungswert. Wichtiger ist es die angestrebte Zielgruppe erreichen und überzeugen zu können. Das man aber den einzigen Vorteil im wichtigsten Moment nicht deutlich erkennbar macht, ist mehr als schade. Da ging die Schlagzeile nicht nur daneben, sondern wurde komplett vergessen.

Welcher Eindruck bleibt von diesem Startup?

Letztlich versuchen Verlage sich auf einem Feld, das nicht das ihre ist, zeigen, das sie Community Building nicht ganz verstanden haben und hoffen auf die Gnade des späten Starts. Die gilt bekanntlich aber nur bei Politikern für die Gnade der späten Geburt.

Was lernen wir aus diesem Projekt?

Wieder eine interessante Chance vergeigt. Letztlich ist der Ansatz gar nicht so falsch. Es wurden nur zu viele Wünsche und Ziele in den gleichen Topf geworfen. Eine Vernetzung der eigenen Leser hätte eine deutlich größere Chance als der Versuch mit einem unbekannten Instrument eine Zielgruppe anzusprechen, die man als Medium nicht mehr erreicht.  Das ist mindestens eine Hürde zu viel.

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